Materialatlas

Wer ein Material versteht, behandelt es richtig. Wählen Sie ein Material und öffnen Sie die Schichten, um zu sehen, woran wir arbeiten und wo die Grenzen liegen. Der Schichtaufbau ist vereinfacht dargestellt.

Lack

Vier Schichten, von denen nur die oberste verhandelbar ist.

Fahrzeuglack besteht aus mehreren dünnen Schichten, die zusammen kaum dicker sind als ein Haar. Beim Polieren arbeiten wir ausschließlich im Klarlack. Je dicker die Reserve, desto mehr Spielraum für Korrektur.

Makroaufnahme einer glänzenden Lackoberfläche mit Lichtreflexion

Klarlack

Transparente Schutzschicht. Sie bestimmt Glanz, Tiefe und Kratzfestigkeit. Alle Politur- und Korrekturarbeiten finden hier statt.

Basislack

Farbgebende Schicht. Wird sie sichtbar angegriffen, ist ein Lackschaden entstanden, den Politur nicht beheben kann.

Grundierung

Haftvermittler und Füller zwischen Karosserie und Farbe, gleicht Unebenheiten aus.

Karosserieblech

Stahl oder Aluminium mit Korrosionsschutz. Schäden hier erfordern Lackierung und Reparatur.

Typische Schäden

  • Waschkratzer und Wirbel durch unsachgemäße Wäsche
  • Mattierung durch UV und Umwelteinflüsse
  • Verätzungen durch Vogelkot, Baumharz und Insektensäure
  • Flugrost durch Metallpartikel von Bremsen und Bahn

Unser Vorgehen

  • Messung der Schichtdicke vor jeder Politur
  • Dekontamination vor mechanischer Bearbeitung
  • Abgestufte Politur: so fein wie möglich, so stark wie nötig

Pflege im Alltag

  • Schonende Handwäsche mit sauberen Tüchern
  • Verschmutzungen wie Vogelkot rasch entfernen
  • Schutzschicht je nach Produkt regelmäßig erneuern

Besser vermeiden

  • Trockenes Abwischen von Staub
  • Waschstraßenbürsten auf dunklen Lacken
  • Haushaltsreiniger oder Scheuermilch
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Leder

Ein Naturmaterial mit einer dünnen Schutzhaut.

Automobilleder ist meist pigmentiert: eine gefärbte Deckschicht schützt die Narbung. Diese Schutzschicht ist das, was wir reinigen und pflegen, nicht das Leder darunter.

Makroaufnahme von Lederstruktur

Schutzlack

Hauchdünne Versiegelung der Oberfläche. Sie schützt vor Schmutz und Flüssigkeit und verschleißt mit Reibung und UV.

Pigmentschicht

Farbgebende Schicht. Abgeplatzte Farbe ist ein Schaden, kein Schmutz.

Narbenschicht

Natürliche Oberfläche des Leders mit der typischen Struktur.

Faserverbund

Tragender Teil des Leders. Wird durch Austrocknung brüchig, wenn die Oberfläche undicht wird.

Typische Schäden

  • Abrieb und Glanz an Sitzwangen
  • Austrocknung durch UV und Wärme
  • Farbabfärbung von Jeans und Textilien
  • Eingedrungene Hautfette und Schweiß

Unser Vorgehen

  • Erst Material bestimmen, dann Reiniger wählen
  • Mechanische Reinigung mit weicher Bürste
  • Dünne, ausgleichende Pflege statt dicker Fettschichten

Pflege im Alltag

  • Regelmäßig mit leicht feuchtem Mikrofasertuch abwischen
  • Ein- bis zweimal jährlich pflegen
  • Sonne im geparkten Fahrzeug möglichst vermeiden

Besser vermeiden

  • Silikonhaltige Glanzmittel
  • Haushaltsreiniger und Feuchttücher mit Alkohol
  • Starkes Rubbeln auf trockenem Leder
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Textil

Gewebe, Schaum und alles dazwischen.

Autotextil ist ein Verbund aus Oberstoff, Kaschierung und Schaumstoff. Flüssigkeiten sinken tiefer, als man sieht. Deshalb ist Trocknung bei der Reinigung ebenso wichtig wie das Lösen des Schmutzes.

Makroaufnahme eines groben Textilgewebes

Oberstoff

Sichtbares Gewebe aus Polyester oder Mischfasern. Nimmt Flecken auf und zeigt Abrieb.

Kaschierung

Haftschicht zwischen Gewebe und Schaum. Zu viel Nässe kann Ränder und Verhärtungen verursachen.

Polsterschaum

Speichert Feuchtigkeit und Gerüche. Hier sitzen die schwierigsten Ursachen.

Sitzstruktur

Metallrahmen, Heizmatten und Sensorik. Elektrik mit Vorsicht behandeln.

Typische Schäden

  • Flecken von Zucker, Fett und Farbstoffen
  • Wasserränder durch falsche Reinigung
  • Gerüche aus tiefer liegendem Schaum
  • Abrieb an Einstiegen

Unser Vorgehen

  • Gewebe- und Farbechtheitstest
  • Spot-Behandlung, danach Sprühextraktion
  • Gezielte Trocknung gegen Randbildung

Pflege im Alltag

  • Verschüttetes sofort tupfen, nicht reiben
  • Regelmäßig absaugen
  • Hartnäckiges früh professionell behandeln

Besser vermeiden

  • Viel Wasser und Haushaltsreiniger auf einmal
  • Reiben mit rauen Bürsten
  • Föhn auf Gewebe bei Hitzeempfindlichkeit
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Glas

Klar nur, wenn nichts dazwischen liegt.

Fahrzeugglas ist hart, aber nicht unempfindlich. Verkehrsfilm, Kalk und Insektenreste bilden Beläge, die Sicht und Wischerführung stören. Glasversiegelungen verändern die Oberflächenspannung, sodass Wasser leichter abperlt.

Makroaufnahme von Wassertropfen auf Glas

Schutzschicht

Optionale Versiegelung, die Wasser abperlen lässt und Schmutz weniger anhaften lässt.

Belag

Verkehrsfilm, Kalk, Silikonspuren. Sie lassen sich nur mit passender Reinigung und Politur entfernen.

Glaskörper

Verbund- oder Einscheibensicherheitsglas. Kratzer reichen in das Material.

Typische Schäden

  • Wischerspuren und Mikrokratzer
  • Kalkflecken durch Regen und Wäsche
  • Verkehrsfilm und Insektenreste
  • Verschmierte Innenscheiben durch Ausdünstung von Kunststoffen

Unser Vorgehen

  • Gründliche Reinigung und Entfettung
  • Glaspolitur bei anhaftenden Belägen
  • Versiegelung nur auf sauberem Glas

Pflege im Alltag

  • Wischerblätter regelmäßig prüfen
  • Scheiben mit sauberen Tüchern reinigen
  • Winterlich keine Heißwasserbehandlung bei gefrorenem Glas

Besser vermeiden

  • Trocken kratzen mit Eiskratzer bei Schmutz
  • Scheuermittel
  • Kontaminierte Tücher
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Kunststoff

Alterung beginnt an der Oberfläche.

Kunststoffe sind im Innenraum häufig genarbt, außen oft unlackiert und schwarz. UV-Licht, Hitze und aggressive Reiniger entziehen ihnen Weichmacher und Pigmente: Sie werden grau und spröde.

Makroaufnahme einer strukturierten schwarzen Kunststoffoberfläche

Pflegefilm

Optionale Schutzschicht, die UV und Schmutz abhält.

Oberfläche

Genarbte Außenhaut mit Pigmenten. Hier zeigt sich Ausbleichen.

Trägermaterial

Polypropylen oder ähnliche Kunststoffe, formgebend.

Typische Schäden

  • Ausbleichen von unlackierten Außenteilen
  • Fettglanz und Fingerabdrücke im Innenraum
  • Weißliche Ablagerungen nach falscher Pflege
  • Spröde Dichtungen

Unser Vorgehen

  • Reinigen mit milden Reinigern und Bürste
  • Mattierende Pflege ohne Fettfilm
  • Schutz außen mit geeigneten Beschichtungen

Pflege im Alltag

  • Regelmäßig abwischen
  • Parken im Schatten wenn möglich
  • Pflegeprodukte sparsam verwenden

Besser vermeiden

  • Hochglänzende Pflegemittel im Cockpit
  • Starke Lösungsmittel
  • Scharfe Reiniger auf unlackierten Außenteilen
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